Natur
Das vermeintlich Traditionelle. Neben den großen konzeptionellen und urbanen Zyklen widmet sich Klaus Dobrunz in den drei eigenständigen Serien „Tiere“, „Pflanzen“ und „Landschaften“ klassischen Sujets der Kunstgeschichte. Doch wer hier bloße Naturromantik oder rein naturalistische Abbilder erwartet, greift zu kurz. Diese Arbeiten bewegen sich auf einem schmalen Grat: Sie sind in gewissem Sinne traditionell – und dann eben doch wieder überhaupt nicht.
Der Schlüssel zu diesen Werken liegt nicht allein im Was, sondern im Wie. Klaus Dobrunz nutzt die organischen Formen von Flora, Fauna und Naturräumen als Ausgangspunkt für eine tiefgründige malerische Auseinandersetzung.
Der zweite Blick auf das Vertraute
Wie das Licht auf ein Blatt fällt, wie die Dynamik einer Tiergestalt die Leinwand bricht oder wie sich eine Landschaft in Farbräume auflöst – all das entzieht sich einer einfachen Kategorisierung.
Diese Bilder verweigern sich der schnellen, digitalen Konsumation. Sie sind Einladungen an das Auge, innezuhalten. Vieles an ihnen hängt untrennbar von der Textur der Farbe, dem Pinselstrich und der physischen Präsenz des Gemäldes ab. Es sind Arbeiten, bei denen Beschreibungen an ihre Grenzen stoßen und bei denen am Ende nur eines hilft: das eigene, unvoreingenommene Anschauen.